Der moderne Bürgerservice in zentraler Lage bedeutet einen angemessenen Mehraufwand im städtischen Haushalt

Wie viele andere Kommunen steht auch die Stadt Paderborn vor der Notwendigkeit einer neuen und zukunftsfähigen Unterbringung der Stadtverwaltung einschließlich Bürgerservice. Durch die vorgeschlagenen Maßnahmen entstehen Kosten, die den städtischen Haushalt belasten.

Dabei ist zwischen den einmaligen Auszahlungen für die zu tätigenden Investitionen und den laufenden Aufwendungen der einzelnen Haushaltsjahre zu unterscheiden.

Die Investitionssumme wurde durch das Gebäudemanagement der Stadt Paderborn sowie die beteiligten städtischen Ämter anhand des vorgesehenen Bauprogramms sowie auf Basis gängiger Kennwerte kalkuliert. Außerdem wird eine Preissteigerung von 5 % pro Jahr für die Dauer der Planungs- und Baumaßnahmen unterstellt.

 

Für das Gesamtprojekt Am Abdinghof ergeben sich folgende Eckdaten:

Maßnahme Investition
Sanierung Am Abdinghof 13,0 Mio. €
Neubau am Marienplatz 49,5 Mio €

Gestaltung der Plätze (Stand Wettbewerb)

  • Marienplatz*
  • Franz-Stock-Platz
  • Vorplatz am Abdinghof
7,0 Mio. €
Gesamtkosten 69,5 Mio €
Landesförderung -14,0 Mio €
Kreditaufnahme 55,0 Mio €

*Die Umgestaltung des Marienplatzes ist Gegenstand der Kostenkalkulation und auch der Förderung. Eine Umsetzung in der im Wettbewerb vorgeschlagenen Form ist nicht vorgesehen, sodass zu einem späteren Zeitpunkt gemeinsam mit der Kirchengemeinde St. Liborius über das weitere Vorgehen entschieden wird.


Wie der Aufstellung zu entnehmen ist, würden die notwendigen Finanzmittel im Rahmen einer Kreditaufnahme bereitgestellt. Die Kondition für einen solchen Kredit sind derzeit besonders günstig, sodass mit einer angemessenen Zinsbelastung für den städtischen Haushalt zu rechnen wäre. Darüber hinaus ist die Inanspruchnahme von KfW-Mitteln vorgesehen.

Zinsen, Abschreibungen sowie Kosten für die laufende Unterhaltung von Gebäuden gehören zu den sogenannten laufenden Aufwendungen, also zu den Beträgen, die in jedem Jahr erneut aufzubringen sind. Sie belasten die städtische Ergebnisrechnung. Sie lassen sich auf Grund der üblicherweise nicht kalkulierbaren Zinssituation und vor dem Hintergrund möglicher Preissteigerungen lediglich abschätzen. Bei einem Kreditvolumen von 55,0 Mio. € und einem angenommenen Zinssatz von 1 % ergibt sich eine jährliche Mehrbelastung auf Grund von Zinsen und Abschreibungen von ca. 1,5 Mio. Euro.


Die zu Grunde liegende Berechnung ist der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen:

Jahr Zinsen Abschreibung / Sonderposten Summe Aufwand
2020 0   0
2021 21.000 €   21.000 €
2022 73.000 €   73.000 €
2023 209.000 €   209.000 €
2024 358.000 €

985.000 €

1.343.000 €
2025 494.000 €

1.039.000 €

1.533.000 €
2026 535.000 € 1.039.000 € 1.574.000 €
2027 527.000 € 1.039.000 € 1.566.000 €
2028 518.000 €

1.039.000 €

1.556.000 €
2029 509.000 €

1.039.000 €

1.548.000 €
2030 499.000 €

1.039.000 €

1.538.000 €
2031 490.000 €

1.039.000 €

1.529.000 €
...      

 

Demgegenüber stehen Mehreinnahmen durch die Vermietung von Flächen und Einsparungen beim Energiebedarf sowie durch entfallende Mieten:

Einsparungen / Mehreinnahmen Betrag
Mehreinnahmen Miete:  
Café 300 m² ca. 30.000 € / Jahr
Einzelhandelsfläche 80 m² ca. 10.000 € / Jahr
Einsparungen Miete:  
Kinderbibliothek ca. 75.000 € / Jahr
B.O.S.S.-Wache ca. 30.000 € / Jahr
Marienplatz 11b ca. 55.000 € / Jahr
Energiekoste-Einsparung: ca. 100.000 € / Jahr
Finanzeller Mehrwert gesamt ca. 300.000 € / Jahr

Reduziert man die jährlichen Kosten um den finanziellen Mehrwert des neuen Stadthauses, so verbleibt eine zusätzliche jährliche Belastung in Höhe von ca. 1,2 Mio. Euro. Das entspricht 0,2 % der städtischen Gesamtaufwendungen.